Gebrauchshundewesen als Immaterielles Kulturerbe anerkannt – Förderverein als Initiator des Antragsverfahrens
Der Förderverein für Gebrauchshundewesen freut sich, bekanntgeben zu dürfen, dass das Gebrauchshundewesen offiziell als Immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Als Initiator und federführender Antragsteller dieses umfangreichen Prozesses war es dem Förderverein ein zentrales Anliegen, den hohen gesellschaftlichen, kulturellen und fachlichen Wert des Gebrauchshundewesens sichtbar zu machen und dessen Bedeutung für die Allgemeinheit langfristig zu sichern.
Das Gebrauchshundewesen beschreibt die gezielte Ausbildung von Hunden zur tierschutzgerechten Ausübung verschiedenster Aufgaben im Dienst des Menschen. Hierzu zählen unter anderem Such- und Rettungseinsätze, die Assistenz für Menschen mit Behinderungen sowie Aufgaben im Bereich Schutz und Bewachung. Diese Praxis vereint jahrtausendealte Traditionen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist fest in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen verankert.
Seit der Domestizierung des Hundes vor rund 15.000 Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier stetig weiterentwickelt. In Vereinen und Organisationen wurde diese Zusammenarbeit strukturiert, professionalisiert und mit klaren ethischen Leitlinien versehen. Als gelebtes Kulturerbe bewahrt das Gebrauchshundewesen nicht nur Wissen über Zucht und Ausbildung, sondern trägt auch aktiv zur Förderung einer verantwortungsbewussten und tierschutzgerechten Hundehaltung bei.
Zahlreiche Gemeinschaften, sowohl im In- als auch im Ausland, identifizieren sich über die gemeinsame Arbeit mit Gebrauchshunden. Die Praxis ist weltweit verbreitet und wird in vielfältigen kulturellen Kontexten angewandt. Dabei steht die partnerschaftliche Beziehung zwischen Mensch und Hund stets im Mittelpunkt.
Gleichzeitig beinhaltet die Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe auch den Auftrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Einsatzes von Hunden, insbesondere in bewaffneten Konflikten. Der ethische Umgang mit Gebrauchshunden – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ist ein zentrales Anliegen der beteiligten Akteure.
Der Förderverein für Gebrauchshundewesen sieht in der Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes einen bedeutenden Schritt zur Würdigung und nachhaltigen Weiterentwicklung dieser wertvollen Praxis. Die Anerkennung soll nicht nur bestehende Strukturen stärken, sondern auch neue Impulse für Ausbildung, Forschung und gesellschaftlichen Dialog setzen.
